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Christian Streich
Christian Streich



In unserer SC-Saisonvorschau Anpfiff hat sich leider ein Fehlerteufel eingeschlichen. Der korrekte Kommentar des Vorstandsvorsitzender der badenova, Dr. Thorsten Radensleben, lautet wie folgt:



„Bundesliga-Feeling hautnah“ erwartet 51 Schiri-Kids beim SC Freiburg

Auf dem Rasen der ganz Großen

„Ich möchte gern mal die Tribünen im Stadion vom Rasen aus sehen“ - für den zehnjährigen Luis aus Ehrenkirchen wird nun bald ein Traum wahr. Als sogenanntes ‚Schiedsrichter-Kind‘ darf er mit zwei weiteren Kindern aus dem Einzugsgebiet von Markgräfler Bürgerblatt, Breisach Aktuell, Dreisamtäler und Zypresse die drei Unparteiischen des Bundesligaspiels SC Freiburg gegen Borussia Dortmund auf den grünen Rasen des Schwarzwaldstadions begleiten. Und dabei wird der Schüler den rot-schwarzen und gelb-schwarzen Bundesligastars vor 24.500 Besuchern ganz nahe sein.

Luis‘ Papa war im Namen des Sohnemanns einem Aufruf gefolgt und hatte eine kurze Bewerbung losgeschickt. Und dann ging alles ganz schnell: „Herzlich willkommen als Schiri-Kid“ hieß es nur wenige Tage später bei einer gemeinsamen Begrüßungsrunde im Freiburger Zypresse-Verlag. Zu allen siebzehn SC-Heimspielen des Sportclubs in der kommenden Saison wurden jeweils drei Gewinnerkinder unserer Aktion mit einer Begleitperson eingeladen. „Dann kann mich der Papa auch mal auf dem Rasen sehen“, zeigte sich Luis zufrieden.

Die Kinder hoffen dabei auf einen Gewöhnungseffekt, denn viele wollen selbst mal Profi werden. Salvatore zum Beispiel wird bei seiner Einlaufaktion im ersten SC-Heimspiel am 20. August gegen Eintracht Frankfurt wohl ein bisschen zur Seite schielen, um einen Blick auf sein großes Idol Nils Petersen zu erhaschen. „Ich hab’ sein Tor gegen Domzale gesehen. Das war einfach klasse“, meint der sechsjährige Steppke aus Müllheim, selbst schon Fußballer und natürlich Stürmer, wie Petersen. Interviews kann er also auch schon geben.

Neben Salvatore werden noch Milena und Noah zum Saisonstart auf das Spielfeld der ganz, ganz großen Jungs spazieren. „Wir sind total begeistert, dass es geklappt hat“, verrät Milenas Mutter und ergänzt: „Die Kleine spielt sowieso andauernd Fußball.“ Und das mit sieben Jahren. Zugleich steht da eine Premiere an, denn Milena war als einziges der Gewinnerkinder noch nie leibhaftig bei einem SC-Spiel dabei. Nun darf sie gleich auf dem Rasen loslegen. Sie schaut ungläubig und krabbelt vorsichtshalber erst mal auf den Schoß der Mutter; ein bisschen aufgeregt ist sie jetzt schon.

Niemand allerdings kickt so oft wie Salvatore – glaubt man dessen Vater: „Der Junge spielt quasi Tag und Nacht nur Fußball. Und natürlich will er mal Profi werden.“ Natürlich. Das gilt auch für Felix, der gleich einen ganzen Aufsatz als Bewerbung abgeliefert hatte und darin schrieb, dass er später selbst beim SC spielen wolle und schon mal sehen möchte, wie sich das beim Einlaufen vor Publikum so anfühlt. Nur zu jenen Schiedsrichtern, an deren Hand die Kinder in die Spielfeldmitte geführt werden, um dann unmittelbar nach der Mannschaftsbegrüßung in den Kabinengang des Schwarzwaldstadions zurück zu sprinten, scheinen die Kinder kaum einen Bezug zu haben.

Einer der Väter, Sebastian Dörflinger aus Heitersheim, weiß, warum das so ist: „In der G- und F-Jugend wird bei uns ganz ohne Schiedsrichter gespielt, und das funktioniert wunderbar. Aber deshalb fehlt den Kindern eben noch der Bezug.“ Dieser sollte sich also spätestens in der Bundesliga- Atmosphäre des Schwarzwaldstadions einstellen. Und zur Erinnerung gibt es hernach für jedes Schiri-Kind noch einen Original-SC-Fußball.

Damit kann dann zum Beispiel der achtjährige Noah aus Heitersheim die Gebüsche im Garten umdribbeln, um in der kommenden Saison seinen eigenen 20-Tore-Rekord als Nachwuchsstürmer aufs Neue anzupeilen, wenn er wieder fit ist. Gerade hat sich der junge Kicker beim Fußballspielen den Arm gebrochen – wir wünschen gute Besserung!

Die Zahl 20 stammt übrigens nicht von Noah selbst. Die Aufgaben in der Famili e sind klar verteilt: Der Sohn kickt, der Vater zählt. Noah: „Das muss der Papa zusammenrechnen.“ 20 Tore also, plus-minus. „So viele hat beim SC in der letzten Saison keiner geschossen“, bemerkt dazu ein anderer Vater in der Zypresse-Runde. „Aber der Lewandowski schon“, meint jemand. „Deshalb bin ich ja auch Bayern-Fan“, sprudelt es prompt aus Noah heraus. Alle lachen. Noah erklärt, dass er „auch“ Bayern-Fan sei, weil er natürlich in erster Linie dem SC die Daumen drückt. „Aber die Bayern haben halt auch so richtig gute Spieler.“