Zypresse. Alles finden.


Anzeige

Tipps für die erste eigene Wohnung

Zur besseren Lesbarkeit werden in diesem Artikel personenbezogene Bezeichnungen, die sich zugleich auf Frauen und Männer beziehen, generell nur in der im Deutschen üblichen männlichen Form angeführt (also z.B. „Mieter“ statt "MieterInnen" oder "Mieterinnen und Mieter").

Dies soll jedoch keinesfalls eine Geschlechterdiskriminierung oder eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes zum Ausdruck bringen.

Die Wohnungssuche
Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Wohnung zu finden. Man kann z.B. bei einer Wohnungsgenossenschaft nachfragen – hier wird man Mitglied und bezahlt einen Genossenschaftsanteil - oder die Immobilienangebote in den regionalen Zeitungen und in der „Zypresse“ nachschlagen. Im Internet gibt es zahlreiche Wohnungsbörsen (z.B. immobilienscout24.de, immowelt.de, wohnungsboerse.net, wohnverdient.de – Immobilienportal für Südbaden).

Vor Abschluss des Mietvertrags
Zunächst wird i.d.R. ein Besichtigungstermin für die Wohnung vereinbart. Für eine Besichtigung darf keine Gebühr verlangt werden. Vorsicht bei Angeboten, bei denen vor Besichtigung der Wohnung, vor Übergabe des Wohnungsschlüssels oder vor Abschluss eines Mietvertrags Zahlungen geleistet werden sollen! Hier handelt es sich fast immer um Betrüger; die angebotene Wohnung existiert nicht. Falls der Vermieter einen Makler eingeschaltet hat, können vom Mieter keine Maklergebühren verlangt werden (sogenanntes „Bestellerprinzip“, gültig seit Juni 2015). „Ablösesummen“ für Einrichtungsgegenstände, die an den Vormieter oder den Vermieter bezahlt werden sollen, dürfen nur dann verlangt werden, wenn „der vereinbarte Preis nicht in einem auffälligen Miss-verhältnis zu den überlassenen Gegenständen steht“. Vor Abschluss eines Mietvertrags verlangen immer mehr Vermieter eine sogenannte Selbstauskunft des Mietinteressenten. In unserem Dossier „Die Selbstauskunft des Mieters“ erfahren Sie, worauf hierbei zu achten ist.

Der Mietvertrag
Bevor es zum Abschluss eines Mietvertrags kommt, gilt:

  • Mietvertrag gut durchlesen! Fragen vor Unterschrift klären. Ein Rücktrittsrecht gibt es nur in besonderen Fällen.
  • Alles, was vereinbart wurde, sollte schriftlich festgehalten werden. Mündliche Absprachen lassen sich im Bedarfsfall schwer beweisen.
  • Die Aufnahme von Lebensgefährten oder Untermietern sollte vorab geklärt werden.

Die Kaution
Der Vermieter ist berechtigt, bei Einzug die Zahlung einer Mietkaution zu verlangen. Eine Mietkaution sichert den Fall ab, dass Mieter ihren mietvertraglichen Pflichten nicht oder nicht vollständig nachkommen. Die Zahlung der Kaution muss mietvertraglich vereinbart werden; die Kaution darf maximal 3 Monatsmieten betragen.

Die Miethöhe
Ob die verlangte Miete der ortsüblichen Vergleichsmiete entspricht, kann in Freiburg anhand des Mietspiegels geprüft werden. Aber Achtung: Der Freiburger Mietspiegel gilt u.a. nicht für Wohnraum in Studentenwohnheimen, möbliert vermietete Appartements oder für „mehrere Mietverhältnisse mit unterschiedlichen Personen in einer Wohnung“ („Wohngemeinschaft“).

Tipps für ein konfliktfreies Mietverhältnis

  • Wenn bei Einzug Mängel (Schäden) an der Wohnung festgestellt werden, sofort schriftlich dem Vermieter/Verwalter mitteilen und ggf. um Abhilfe bitten. Andernfalls besteht das Risiko, dass Sie bei Auszug für den Schaden verantwortlich gemacht werden.
  • Ohne Erlaubnis des Vermieters dürfen die Wohnung oder einzelne Zimmer der Wohnung nicht untervermietet werden. Auch vor der Aufnahme von Lebenspartnern in die Wohnung muss der Vermieter gefragt werden, der aber in aller Regel seine Zustimmung erteilen muss.
  • Der Mieter darf in seiner Wohnung so oft und so viel Besuch empfangen, wie er will, und nur ausnahmsweise und „aus wichtigem Grund“ kann der Vermieter gegen eine bestimmte Person ein Hausverbot verhängen. Besucher dürfen auch in der Mietwohnung übernachten. - Wenn der Besucher allerdings länger als 6 Wochen am Stück in der Mieterwohnung lebt, hat der Vermieter durchaus das Recht nachzufragen, ob der „Besucher“ nicht tatsächlich schon Mitbewohner oder Untermieter geworden ist.
  • Von 22 Uhr bis 6 Uhr soll Nachtruhe herrschen, sagt der Gesetzgeber. Dass man das Recht hat, einmal im Monat eine lautstarke Feier zu veranstalten, ist ein verbreitetes Gerücht. Lautstarkes Feiern ist grundsätzlich verboten. Eine gute Nachbarschaft besteht wesentlich aus gegenseitiger Rücksichtnahme.

Das Mietrecht kennt zahlreiche Sonderfälle und Ausnahmen. Im Bedarfsfall erteilt der Mieterverein Rechtsrat.

Komplizierte Fragen können sich auch hinsichtlich der Betriebs-kostenabrechnung und der Schönheitsreparaturen wie auch rund um die Beendigung eines Mietverhältnisses ergeben. Auch hier berät der Mieterverein seine Mitglieder.

Mieterverein Regio-Freiburg

Manfred Wolf
1. Vorsitzender

http://www.mieterverein-regio-freiburg.de


Das könnte Sie auch interessieren: